Was ist ein Vollmond?
Ein Vollmond ist die Mondphase, in der die der Erde zugewandte Seite des Mondes vollständig von der Sonne beleuchtet wird. Der Mond steht dann von der Erde aus gesehen ungefähr der Sonne gegenüber. Deshalb erscheint seine gesamte Tagseite als helle, runde Scheibe.
Warum ein Vollmond entsteht
Der Mond erzeugt kein eigenes Licht. Die Sonne beleuchtet stets eine Hälfte des Mondes. Die Mondphase beschreibt, wie viel von dieser beleuchteten Hälfte wir von der Erde aus sehen.
Bei Vollmond stehen Sonne, Erde und Mond nahezu in einer Linie, mit der Erde in der Mitte. Das Sonnenlicht fällt an der Erde vorbei auf die gesamte uns zugewandte Mondhälfte. Deshalb geht ein Vollmond ungefähr bei Sonnenuntergang auf, erreicht um Mitternacht seinen höchsten Stand und geht etwa bei Sonnenaufgang unter.
Wie hoch er am Himmel steht, hängt von der Jahreszeit und vom Standort ab. Auf der Nordhalbkugel zieht ein Sommervollmond einen niedrigeren Bogen, während ein Wintervollmond höher steigt. Auf der Südhalbkugel gilt derselbe Zusammenhang mit der jeweiligen Jahreszeit. Weil Sommer und Winter dort zu anderen Zeiten stattfinden, kehrt sich das Muster im Kalender um. In Äquatornähe ist der jahreszeitliche Unterschied geringer. Dieselbe Neigung der Erdachse, die die Zeiten von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang beeinflusst, prägt auch die Höhe des Vollmonds.
Der Mondzyklus
Der Mond braucht etwa 27,3 Tage für einen Umlauf um die Erde. Ein vollständiger Phasenzyklus dauert jedoch länger: ungefähr 29,5 Tage von einem Vollmond zum nächsten. Diese Zeitspanne heißt synodischer Monat und dauert im Mittel 29,53 Tage.
Der Unterschied entsteht, weil sich auch die Erde um die Sonne bewegt. Sobald der Mond einen Umlauf beendet hat, ist die Erde auf ihrer Bahn bereits weitergezogen. Der Mond braucht deshalb etwas zusätzliche Zeit, um wieder dieselbe Stellung zu Sonne und Erde zu erreichen.
Während eines synodischen Monats durchläuft der Mond die bekannte Abfolge aus Neumond, zunehmender Sichel, erstem Viertel, zunehmendem Dreiviertelmond, Vollmond, abnehmendem Dreiviertelmond, letztem Viertel und abnehmender Sichel. Danach beginnt der Zyklus erneut. Die aktuelle Phase findest du auf der Seite zu den Mondphasen.
Warum wir fast immer dieselbe Seite sehen
Der Mond wendet der Erde weitgehend dieselbe Hälfte zu, weil seine Rotation gebunden ist. Er dreht sich während eines Umlaufs genau einmal um die eigene Achse.
Seine leicht elliptische und geneigte Bahn verändert unseren Blickwinkel trotzdem ein wenig. Dieser Effekt heißt Libration. Dadurch können wir im Laufe der Zeit schmale Bereiche hinter verschiedenen Rändern des Mondes sehen. Insgesamt werden so etwa 59 % der Mondoberfläche von der Erde aus sichtbar. Die Rückseite wendet sich uns jedoch nie als Ganzes zu. Die Bezeichnung „dunkle Seite“ ist irreführend, denn auch die Rückseite erhält Sonnenlicht.
Warum es nicht bei jedem Vollmond eine Finsternis gibt
Sonne, Erde und Mond stehen bei Vollmond ungefähr in einer Reihe. Trotzdem fällt der Erdschatten nicht jeden Monat auf den Mond. Seine Bahn ist gegenüber der Erdbahn um die Sonne um etwa 5 Grad geneigt.
Meist zieht der Mond etwas oberhalb oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Nur wenn der Vollmond nahe einem der beiden Schnittpunkte der Bahnebenen stattfindet, wandert er durch den Erdschatten und es kommt zu einer Mondfinsternis. Mehr dazu findest du auf der Seite zu Finsternissen.
Supermonde
Ein Supermond ist ein Vollmond nahe dem Perigäum, dem erdnächsten Punkt der leicht elliptischen Mondbahn. Die Entfernung des Mondes zur Erde schwankt und beträgt im Mittel etwa 384.400 km. Am Perigäum ist der Mond merklich näher als am Apogäum, seinem erdfernsten Punkt.
Ein Vollmond am Perigäum erscheint im Durchmesser etwa 14 % größer und bis zu 30 % heller als ein Vollmond am Apogäum. Der Unterschied ist real, mit bloßem Auge aber oft schwer zu erkennen, weil am Himmel ein direkter Vergleich fehlt. „Supermond“ ist ein populärer Begriff und keine streng festgelegte astronomische Kategorie. Je nach Quelle wird unterschiedlich festgelegt, wie nah der Vollmond dem Perigäum sein muss.
Blue Moons und traditionelle Vollmondnamen
Ein Blue Moon ist normalerweise nicht blau. Weil der Mondzyklus kürzer als die meisten Kalendermonate ist, können zwei Vollmonde in denselben Monat fallen. Der zweite wird nach der heute verbreiteten Definition Blue Moon genannt. Nach einer älteren Definition ist es der dritte Vollmond einer Jahreszeit mit vier Vollmonden. In beiden Fällen handelt es sich um eine Besonderheit des Kalenders, nicht um ein eigenes astronomisches Ereignis.
Viele Vollmonde tragen außerdem traditionelle Namen, die sich auf eine Jahreszeit beziehen. Der Erntemond bezeichnet in Traditionen der Nordhalbkugel etwa den Vollmond, der der Herbsttagundnachtgleiche am nächsten liegt. Wolfsmond ist dort ein Name aus dem Winter. Solche Bezeichnungen stammen aus bestimmten Kulturen und Almanachen. Sie sind weder weltweit einheitlich noch verändern sie das Aussehen des Mondes.
Wie sich der Zeitpunkt berechnen lässt
Der Zeitpunkt eines Vollmonds lässt sich weit im Voraus bestimmen, weil die Bewegungen von Sonne, Erde und Mond gut verstanden sind. Astronomen legen den exakten Vollmond auf den Augenblick fest, in dem der Mond von der Erde aus gesehen der Sonne gegenübersteht. Vollmond ist damit genau genommen ein Zeitpunkt und keine ganze Nacht.
Dieser Zeitpunkt wird in UTC angegeben. Je nach Zeitzone kann das örtliche Kalenderdatum deshalb um einen Tag abweichen. Liegt der Vollmond kurz nach Mitternacht UTC, kann es in Teilen Amerikas noch der vorherige Abend sein. Der nächste Vollmond ist am
Auswirkungen des Vollmonds
Die deutlichste Wirkung des Vollmonds zeigt sich bei den Gezeiten. Wenn Sonne und Mond bei Vollmond in einer Linie stehen, verstärken sich ihre Gezeitenkräfte. Dasselbe geschieht bei Neumond. So entstehen Springtiden mit höherem Hochwasser und niedrigerem Niedrigwasser. Um die Viertelphasen stehen die Kräfte eher quer zueinander, wodurch schwächere Nipptiden entstehen. Ein erdnaher Vollmond kann eine Springtide etwas verstärken.
Für die Beobachtung des Sternenhimmels bringt der Vollmond einen Nachteil mit sich. Sein helles Licht überstrahlt schwächere Sterne, die Milchstraße und viele Meteore. Die dunkelsten Nächte liegen deshalb um den Neumond. Ein Vollmond kann dagegen Landschaften beleuchten und sichtbare Schatten werfen, was ihn selbst zu einem lohnenden Beobachtungsziel macht.
Tipps zur Beobachtung des Vollmonds
- Beobachte den Mondaufgang. Direkt über dem Horizont kann der Mond größer und wärmer gefärbt wirken. Die scheinbare Größe entsteht durch die sogenannte Mondtäuschung.
- Prüfe die örtliche Mondaufgangszeit. Ein Vollmond geht ungefähr bei Sonnenuntergang auf. Für eine frühe Beobachtung brauchst du freie Sicht nach Osten.
- Nutze auch die Nacht davor oder danach. Der Mond wirkt ungefähr einen Tag vor und nach dem exakten Zeitpunkt nahezu voll.
- Achte auf die Bewölkung. Bei klarem Himmel ist der Mond am besten zu sehen. Durch dünne hohe Wolken kann sein Licht noch hindurchscheinen.
- Plane Stern- und Meteorbeobachtungen um den Neumond. Für lichtschwache Objekte eignet sich der dunklere Teil des Mondzyklus besser.
So zeigt Airpult den Mond
Airpult zeigt den Mondzyklus zusammen mit deinem Wetter. Auf der Seite zu den Mondphasen findest du die aktuelle Phase sowie die nächsten Voll- und Neumonde, berechnet aus aktuellen Astronomiedaten. Für die Planung einer klaren Nacht kannst du sie mit den Zeiten für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und der Bewölkungsvorhersage für deinen Standort kombinieren. Über die Erkunden-Seite findest du jeden Ort und die passende Vorhersage.