Wolkenbedeckung erklärt

Was Wolkenbedeckung bedeutet, wie sie gemessen wird und worauf sich Begriffe wie teilweise bewölkt und bedeckt tatsächlich beziehen.

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Wolkenbedeckung erklärt

Was ist Wolkenbedeckung?

Wolkenbedeckung ist der Anteil des Himmels, der von Wolken verdeckt ist, betrachtet von einem bestimmten Ort aus. Sie ist einer der bekanntesten Teile jeder Wettervorhersage: klar, teilweise bewölkt, bedeckt. Diese Begriffe haben jedoch konkrete Definitionen, die davon abhängen, wie viel Himmel tatsächlich bedeckt ist.

In Vorhersagen sind vor allem undurchsichtige Wolken relevant. Dünne, faserige Cirren, durch die du die Sonne sehen kannst, werden häufig aus den Bedeckungswerten herausgelassen, auch wenn manche Definitionen der gesamten Wolkenbedeckung alle sichtbaren Wolken unabhängig von ihrer Dichte berücksichtigen.

Wie sie gemessen wird

Oktas

Meteorologinnen und Meteorologen messen Wolkenbedeckung in Oktas: Achteln des Himmels. Dazu wird der Himmel gedanklich in acht gleich große Bereiche aufgeteilt und gezählt, wie viele davon mit Wolken gefüllt sind. Die Skala reicht von 0 (vollständig klar) bis 8 (vollständig bedeckt).

Das ist die Standardeinheit der Weltorganisation für Meteorologie und wird in Wetterberichten weltweit verwendet.

Automatische Stationen

Moderne Wetterstationen verwenden Ceilometer: nach oben gerichtete Laser, die die Höhe der Wolkenuntergrenze über Rückstreuung messen. Das System beprobt über einen Zeitraum (typischerweise 30 Minuten) eine schmale Luftsäule und erstellt daraus ein statistisches Bild der Himmelsbedeckung.

Ceilometer sind zuverlässig, haben aber Grenzen. Sie sehen nur direkt über dem Sensor, deshalb lassen sich fleckige Wolkenfelder schwerer exakt charakterisieren. Moderne Ceilometer messen bis etwa 25.000 Fuß, sehr hohe Wolken oberhalb dieses Bereichs können dennoch unentdeckt bleiben.

Vorhersagekategorien

Wettervorhersagen übersetzen Okta-Werte in alltagstaugliche Begriffe. Die folgende Tabelle zeigt Standardkategorien, wie sie vom National Weather Service und den meisten Wetterdiensten verwendet werden:

Begriff Himmelsbedeckung Oktas
Klar / Sonnig 0–5% 0
Überwiegend klar (Nacht) / Überwiegend sonnig (Tag) ~6–25% 1–2
Teilweise bewölkt (Nacht) / Meist sonnig (Tag) ~26–50% 3–4
Überwiegend bewölkt (Nacht) / Teilweise sonnig (Tag) ~51–69% 5
Überwiegend bewölkt ~70–87% 6–7
Bewölkt / Bedeckt 88–100% 8

Ein paar Hinweise zur Terminologie:

  • „Teilweise bewölkt“ und „teilweise sonnig“ sind nicht identisch. „Teilweise sonnig“ bedeutet mehr Wolkenbedeckung (~51–69%) als „teilweise bewölkt“ (~26–50%).
  • Tages- und Nachtbegriffe sind gepaart: „überwiegend sonnig“ (Tag) wird zu „teilweise bewölkt“ (Nacht); „teilweise sonnig“ (Tag) wird zu „überwiegend bewölkt“ (Nacht).
  • Die genauen Grenzen können je nach Wetterdienst und Vorhersageprodukt leicht variieren.

Codes im Flugwetter

Wenn du Wetterberichte mit Codes wie SCT025 oder BKN080 gesehen hast: Das sind METAR-Wolkenmeldungen aus der Luftfahrt. Jede Wolkenschicht wird als Bedeckungsabkürzung plus Höhe in Hunderten Fuß über Grund angegeben:

Code Bedeutung Oktas
SKC / CLR Himmel klar 0
FEW Wenige Wolken 1–2
SCT Aufgelockert 3–4
BKN Aufgebrochen 5–7
OVC Bedeckt 8

Zum Beispiel bedeutet SCT025 BKN080: aufgelockerte Wolken bei 2.500 ft und aufgebrochene Wolken bei 8.000 ft. Die Wolkengrenze (Ceiling), also der für die Fliegerei wichtigste Wert, ist die niedrigste als aufgebrochen oder bedeckt gemeldete Schicht.

Wie Wolkenbedeckung die Temperatur beeinflusst

Wolken wirken je nach Tageszeit unterschiedlich:

Tagsüber reflektieren Wolken einfallende Sonnenstrahlung zurück ins All und halten die Temperaturen niedriger, als sie bei klarem Himmel wären. Niedrige, dichte Wolken sind dabei besonders wirksam.

Nachts absorbieren Wolken die vom Boden abgestrahlte Wärme und senden einen Teil davon wieder nach unten. Das verlangsamt den Wärmeverlust und hält die Nachttemperaturen höher. Klare Nächte kühlen schneller aus und führen zu niedrigeren Tiefstwerten.

Unterm Strich verringert Wolkenbedeckung die tägliche Temperaturspanne: niedrigere Höchstwerte, höhere Tiefstwerte. Ein bewölkter Tag-Nacht-Zyklus fühlt sich stabiler an als ein klarer.

Warum Wolkenbedeckung wichtig ist

Wolkenbedeckung beeinflusst weit mehr als die Frage, ob du eine Sonnenbrille brauchst:

  • UV-Belastung: Bedeckter Himmel senkt UV, doch dünne oder aufgelockerte Wolken können weiterhin einen Großteil der UV-Strahlung durchlassen. Einzelne Wolken können UV durch Reflexion sogar kurzzeitig verstärken.
  • Gefühlte Temperatur: Wolkenbedeckung beeinflusst sowohl die solare Erwärmung als auch die nächtliche Abkühlung und damit, wie warm oder kalt es sich tatsächlich anfühlt.
  • Frostrisiko: Klare, ruhige Nächte verlieren am schnellsten Wärme. Gärtnerinnen und Landwirte achten auf klaren Nachthimmel als Frostsignal.
  • Solarenergie: Wolkenbedeckung bestimmt direkt die Leistung von Solaranlagen. Bedeckter Himmel kann die Erzeugung auf 10–25% eines klaren Himmels senken.

Wie Airpult Wolkenbedeckung zeigt

Bei Airpult wird die Wolkenbedeckung auf der Vorhersageseite als Prozentwert neben Temperatur und Wetterlage angezeigt. Nutze die Seite Entdecken, um jeden Ort zu suchen und die Wolkenbedeckungsprognose zu prüfen.

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