Was ist Wolkenbedeckung?
Wolkenbedeckung ist der Anteil des Himmels, der von Wolken verdeckt ist, betrachtet von einem bestimmten Ort aus. Sie ist einer der bekanntesten Teile jeder Wettervorhersage: klar, teilweise bewölkt, bedeckt. Diese Begriffe haben jedoch konkrete Definitionen, die davon abhängen, wie viel Himmel tatsächlich bedeckt ist.
In Vorhersagen des National Weather Service sind vor allem undurchsichtige Wolken relevant. Dünne, faserige Cirren, durch die du die Sonne sehen kannst, werden häufig aus den Bedeckungswerten herausgelassen, auch wenn manche Definitionen der gesamten Wolkenbedeckung alle sichtbaren Wolken unabhängig von ihrer Dichte berücksichtigen.
Wie sie gemessen wird
Oktas
Meteorologinnen und Meteorologen messen Wolkenbedeckung in Oktas: Achteln des Himmels. Dazu wird der Himmel gedanklich in acht gleich große Bereiche aufgeteilt und gezählt, wie viele davon mit Wolken gefüllt sind. Die Skala reicht von 0 (vollständig klar) bis 8 (vollständig bedeckt).
Das ist die Standardeinheit der Weltorganisation für Meteorologie und wird in Wetterberichten weltweit verwendet.
Automatische Stationen
Moderne Wetterstationen verwenden Ceilometer: nach oben gerichtete Laser, die die Höhe der Wolkenuntergrenze über Rückstreuung messen. Das System beprobt über einen Zeitraum (typischerweise 30 Minuten) eine schmale Luftsäule und erstellt daraus ein statistisches Bild der Himmelsbedeckung.
Ceilometer sind zuverlässig, haben aber Grenzen. Sie sehen nur direkt über dem Sensor, deshalb lassen sich fleckige Wolkenfelder schwerer exakt charakterisieren. Moderne Ceilometer messen bis etwa 25.000 Fuß, sehr hohe Wolken oberhalb dieses Bereichs können dennoch unentdeckt bleiben.
Vorhersagekategorien
Wetterdienste übersetzen die Wolkenbedeckung in allgemein verständliche Begriffe. Der National Weather Service richtet seine Angaben nach dem Anteil des Himmels, der von undurchsichtigen Wolken bedeckt ist:
Begriff Bedeckung durch undurchsichtige Wolken Klar / sonnig 0/8 Überwiegend klar / überwiegend sonnig 1–2/8 Teilweise bewölkt / teilweise sonnig 3–5/8 Überwiegend bewölkt 6–7/8 Bewölkt / bedeckt 8/8Ein paar Hinweise zur Terminologie:
- „Teilweise bewölkt“ und „teilweise sonnig“ beschreiben denselben breiten Bereich der Wolkenbedeckung, nicht zwei verschiedene Kategorien. „Teilweise sonnig“ wird nur tagsüber verwendet.
- „Überwiegend sonnig“ ist die Tagesvariante von „überwiegend klar“.
- Die genauen Grenzen und Begriffe unterscheiden sich zwischen einzelnen NWS-Produkten und anderen Wetterdiensten. Airpult zeigt den Prozentwert direkt an, sodass sich verschiedene Vorhersagen leichter vergleichen lassen.
Codes im Flugwetter
Wenn du Wetterberichte mit Codes wie SCT025 oder BKN080 gesehen hast: Das sind METAR-Wolkenmeldungen aus der Luftfahrt. Jede Wolkenschicht wird als Bedeckungsabkürzung plus Höhe in Hunderten Fuß über Grund angegeben:
Zum Beispiel bedeutet SCT025 BKN080: aufgelockert bewölkt in 2.500 Fuß und stark bewölkt in 8.000 Fuß Höhe. Die Wolkenuntergrenze (Ceiling), der für die Fliegerei wichtigste Wert, ist die Untergrenze der niedrigsten als stark bewölkt oder bedeckt gemeldeten Schicht.
Wie Wolkenbedeckung die Temperatur beeinflusst
Wolken wirken je nach Tageszeit unterschiedlich:
Tagsüber reflektieren Wolken einfallende Sonnenstrahlung zurück ins All und halten die Temperaturen niedriger, als sie bei klarem Himmel wären. Niedrige, dichte Wolken sind dabei besonders wirksam.
Nachts absorbieren Wolken die vom Boden abgestrahlte Wärme und senden einen Teil davon wieder nach unten. Das verlangsamt den Wärmeverlust und hält die Nachttemperaturen höher. Klare Nächte kühlen schneller aus und führen zu niedrigeren Tiefstwerten.
Wolkenbedeckung verringert meist die tägliche Temperaturspanne, mit niedrigeren Höchstwerten und höheren Tiefstwerten als bei klarem Himmel.
Warum Wolkenbedeckung wichtig ist
Wolkenbedeckung beeinflusst weit mehr als die Frage, ob du eine Sonnenbrille brauchst:
- UV-Belastung: Bedeckter Himmel senkt UV, doch dünne oder aufgelockerte Wolken können weiterhin einen Großteil der UV-Strahlung durchlassen. Einzelne Wolken können UV durch Reflexion sogar kurzzeitig verstärken.
- Gefühlte Temperatur: Wolkenbedeckung beeinflusst sowohl die solare Erwärmung als auch die nächtliche Abkühlung und damit, wie warm oder kalt es sich tatsächlich anfühlt.
- Frostrisiko: In klaren, ruhigen Nächten verliert der Boden besonders schnell Wärme. Gärtnerinnen, Gärtner und landwirtschaftliche Betriebe achten deshalb auf solche Bedingungen, wenn sie das Frostrisiko einschätzen.
- Solarenergie: Wolkenbedeckung senkt die Leistung von Solaranlagen. Wie stark, hängt von der Wolkendichte, der Technik der Anlage und dem Sonnenstand ab.
Wie Airpult Wolkenbedeckung zeigt
Bei Airpult wird die Wolkenbedeckung auf der Vorhersageseite als Prozentwert neben Temperatur und Wetterlage angezeigt. Nutze die Seite Entdecken, um jeden Ort zu suchen und die Wolkenbedeckungsprognose zu prüfen.